Melanom & Melanomchirurgie in Wien
Schwarzer Hautkrebs: sichere Diagnose, vollständige operative Entfernung, strukturierte Nachsorge
Auf den Punkt gebracht
Schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom) entsteht aus den pigmentbildenden Zellen der Haut und kann früh streuen. Die Tumordicke zum Zeitpunkt der Entfernung bestimmt die Prognose.
- Vier Hauptformen: superfiziell spreitend, nodulär, Lentigo-maligna-Melanom, akrolentiginös.
- Warnzeichen jenseits von ABCDE: ein Mal, das anders aussieht als alle anderen; erhaben, fest und gewachsen (EFG); Blutung ohne Anlass.
- Behandlung: vollständige operative Entfernung, ambulant in örtlicher Betäubung; nach dem Befund Nachexzision mit 0,5 bis 2 cm Sicherheitsabstand je nach Tumordicke.
- Nachsorge: in den ersten drei Jahren engmaschig, danach dauerhaft.
Das maligne Melanom – umgangssprachlich schwarzer Hautkrebs – macht nur einen kleinen Teil aller Hautkrebsfälle aus, ist aber für die meisten Sterbefälle durch Hautkrebs verantwortlich. Der Grund liegt im Wachstumsverhalten: Das Melanom kann früh in die Tiefe wachsen und streuen. Entscheidend ist deshalb, wie dick der Tumor zum Zeitpunkt der Entfernung ist. Jeder Millimeter zählt.
In meiner Ordination in Wien 1090 entferne ich verdächtige Male operativ in örtlicher Betäubung, veranlasse die feingewebliche Untersuchung und plane mit Ihnen die weiteren Schritte.
Wenn der Verdacht im Raum steht, zählt die Zeit
Ein Melanom lässt sich mit freiem Auge nicht sicher erkennen. Sicherheit bringt erst die feingewebliche Untersuchung des vollständig entfernten Mals. Ich vergebe Operationstermine bei Melanomverdacht kurzfristig, bespreche jeden Schritt vorab mit Ihnen und plane den Schnitt so, dass die spätere Narbe möglichst unauffällig bleibt.
Wenn Sie noch am Anfang stehen und einfach nur Ihre Male kontrollieren lassen möchten: Alles zum Ablauf finden Sie auf der Seite Hautkrebsvorsorge & Muttermalkontrolle.
Was ist ein Melanom – und warum ist es so gefährlich?
Ein Melanom entsteht aus den Melanozyten, den pigmentbildenden Zellen der Haut. Rund zwei Drittel aller Melanome entstehen nicht aus einem bestehenden Muttermal, sondern auf zuvor unauffälliger Haut. Ein Mal, das schon immer da war und sich nicht verändert, ist also seltener das Problem als eine neue Stelle.
Die meisten Melanome wachsen zunächst horizontal, also flach in der Oberhaut. In dieser Phase sind sie noch nicht in der Lage zu streuen. Erst wenn der Tumor beginnt, vertikal in die Tiefe zu wachsen, bekommt er Anschluss an Lymph- und Blutgefäße.
Genau diesen Übergang will man verhindern. Die Tumordicke nach Breslow – gemessen in Millimetern von der Hautoberfläche bis zur tiefsten Tumorzelle – ist deshalb der wichtigste Einzelfaktor für die Prognose und bestimmt jeden weiteren Behandlungsschritt.
Die vier häufigsten Melanomarten
Superfiziell spreitendes Melanom (SSM)
Die häufigste Form. Es breitet sich über Monate bis Jahre flach in der Oberhaut aus, bevor es in die Tiefe wächst – deshalb ist es das Melanom mit dem größten Zeitfenster für die Früherkennung.
Noduläres Melanom (NMM)
Wächst von Beginn an in die Tiefe und bildet einen Knoten. Etwa jedes zwanzigste Melanom ist amelanotisch, also hautfarben oder rötlich statt dunkel. Diese Form wird besonders häufig zu spät erkannt, weil sie nicht dem Bild entspricht, das die meisten von Hautkrebs im Kopf haben.
Lentigo-maligna-Melanom (LMM)
Entsteht auf jahrzehntelang sonnengeschädigter Haut, meist im Gesicht und im höheren Lebensalter. Es wächst sehr langsam und wirkt anfangs wie ein großer, unscharf begrenzter Altersfleck.
Akrolentiginöses Melanom (ALM)
Tritt an Handflächen, Fußsohlen und unter den Nägeln auf – also an Stellen ohne nennenswerte Sonnenbelastung. Ein neuer dunkler Längsstreifen im Nagel, der breiter wird oder auf die Nagelhaut übergreift, gehört immer abgeklärt.
Welche Warnzeichen über die ABCDE-Regel hinausgehen
Die ABCDE-Regel – Asymmetrie, Begrenzung, Colour, Durchmesser, Entwicklung – ist der bekannteste Merksatz zur Selbstkontrolle. Sie finden sie ausführlich erklärt auf meiner Seite zur Muttermalkontrolle.
In der Praxis erfasst sie aber nicht alles. Diese drei Warnzeichen sind mindestens so wichtig:
Das Zeichen des hässlichen Entleins
Die Male eines Menschen ähneln einander meist. Fällt ein einzelnes Mal aus der Reihe, weil es anders geformt, anders gefärbt oder schlicht auffälliger ist als alle übrigen, sollte es kontrolliert werden – auch wenn kein einziges ABCDE-Kriterium zutrifft.
Die EFG-Regel für knotige Melanome
Noduläre Melanome sind oft symmetrisch, scharf begrenzt und einfarbig – die ABCDE-Regel versagt hier. Stattdessen gilt: E – erhaben (tastbar über dem Hautniveau), F – fest (derb bei Berührung), G – gewachsen (deutliche Größenzunahme innerhalb weniger Wochen). Treffen alle drei zu, gehört die Stelle rasch untersucht.
Blutung, Juckreiz und fehlende Abheilung
Ein Mal, das ohne erkennbaren Anlass blutet, nässt, juckt oder nach einer kleinen Verletzung nicht abheilt, ist unabhängig von seinem Aussehen ein Grund für einen Termin.
Vom Verdacht zur Operation: der Ablauf
Wenn Sie mit einer auffälligen Stelle zu mir kommen, beurteile ich sie dermatoskopisch und untersuche zusätzlich die restliche Haut. Wie eine Kontrolluntersuchung im Detail abläuft, habe ich auf der Seite zur Muttermalkontrolle beschrieben.
Bestätigt sich der Verdacht, wird das Mal nicht angeschnitten und nicht gestanzt. Bei Melanomverdacht gilt die vollständige Entfernung als Standard, weil nur so die Tumordicke zuverlässig bestimmt werden kann. Den Operationstermin bekommen Sie in der Regel innerhalb weniger Tage.
Melanomchirurgie: Wie läuft die Operation ab?
Die operative Entfernung ist die wichtigste Behandlung des Melanoms. Sie erfolgt in zwei Schritten – zuerst die Diagnose, dann die endgültige Sanierung.
1. Exzision eines Nävus – die vollständige Entfernung
Der Eingriff findet ambulant in meiner Ordination statt, unter Einhaltung sämtlicher Hygienevorgaben. Für Sie ist er schmerzfrei: Vorangestellt ist die örtliche Betäubung, die selbst nur zwei bis drei Sekunden spürbar ist. Danach entferne ich das auffällige Mal vollständig mit einem schmalen Rand gesunder Haut. Der Eingriff dauert in der Regel 20 bis 30 Minuten, im Anschluss können Sie die Ordination direkt wieder verlassen.
2. Der histologische Befund
Das Gewebe geht an ein histopathologisches Institut. Der Befund sagt nicht nur, ob ein Melanom vorliegt, sondern liefert auch die Tumordicke nach Breslow, die Angabe zur Ulzeration und die Beurteilung der Schnittränder. Aus diesen drei Angaben ergibt sich alles Weitere. Sobald der Befund vorliegt, informiere ich Sie umgehend.
3. Nachexzision mit Sicherheitsabstand
Bestätigt der Befund ein Melanom oder eine seiner Vorstufen, folgt ein zweiter Eingriff. Dabei wird die Stelle mit einem definierten Sicherheitsabstand nachgeschnitten, damit im Randbereich keine veränderten Zellen zurückbleiben. Wie groß dieser Abstand ausfällt, hängt vom Befund ab:
- Vorstufe (dysplastischer Nävus): vollständige Entfernung mit schmalem Rand, ein weiterer Eingriff ist meist nicht nötig
- Melanoma in situ (auf die Oberhaut begrenzt): 0,5 cm
- bis 2 mm Tumordicke: 1 cm
- über 2 mm Tumordicke: 2 cm
Der Sicherheitsabstand wird in der Breite gemessen, nicht in der Tiefe – die Wunde wird also flächiger, aber nicht tiefer.
Daran zeigt sich, warum die Früherkennung so entscheidend ist: Je früher eine Veränderung entfernt wird, desto kleiner fällt der Eingriff aus und desto günstiger ist der Verlauf. Bei Vorstufen und bei Melanomen, die noch auf die Oberhaut begrenzt sind, gilt die Behandlung mit der vollständigen Entfernung in aller Regel als abgeschlossen.
4. Wächterlymphknoten (Sentinel-Biopsie)
Ab einer bestimmten Tumordicke wird zusätzlich der erste Lymphknoten im Abflussgebiet untersucht, um festzustellen, ob bereits Zellen gestreut haben. Dieser Eingriff erfolgt an einer spezialisierten Abteilung – ich organisiere die Zuweisung und begleite Sie durch den weiteren Ablauf.
5. Wundverschluss und Narbenverlauf
Die Narbe wird immer länger als das entfernte Areal, weil die Wundränder spannungsfrei zusammenkommen müssen. Ich lege den Schnitt entlang der natürlichen Hautspannungslinien, sodass die Narbe später in einer vorhandenen Hautfalte verschwindet, statt quer dazu zu verlaufen.
Bei größeren Defekten reicht der direkte Verschluss nicht aus. Dann kommen Lappenplastiken – Verschiebung von benachbartem Gewebe – oder ein Hauttransplantat zum Einsatz. Welche Technik infrage kommt, hängt von Lage und Größe ab und wird vor dem Eingriff mit Ihnen besprochen.
Das alles gilt für bestätigte Melanome, bei denen der Sicherheitsabstand Vorrang hat. Bei allen anderen Hautveränderungen gehe ich einen anderen Weg – dazu mehr im nächsten Abschnitt.
Wundheilung ohne Naht – ein Schwerpunkt meiner Ordination
Wo immer es fachlich vertretbar ist, arbeite ich ohne Naht. Die aktuellen Leitlinienempfehlungen sehen vor, dass viele Hautveränderungen nicht vernäht werden müssen. Die Wunde heilt dann von unten nach oben aus sich selbst heraus zu und hinterlässt dabei in vielen Fällen nahezu keine Narbe.
Der Hintergrund ist einfach: Jeder Schnitt, der vernäht wird, hinterlässt eine Narbe, die dauerhaft bleibt. Eine Wunde, die offen und kontrolliert abheilt, tut das nicht.
Ob diese Technik infrage kommt, hängt von Lage, Größe und Art der Hautveränderung ab. Bei einem bestätigten Melanom hat die vollständige Entfernung mit Sicherheitsabstand Vorrang, hier ist ein sauberer Wundverschluss notwendig. Bei unauffälligen und gutartigen Malen lässt sich dagegen sehr häufig nahtfrei arbeiten.
Nach der Operation: Wundpflege und Nachsorge
In den ersten Tagen halten Sie die Wunde trocken und schonen die Region. Sport, Sauna, Schwimmbad und intensive Sonne pausieren Sie bis zur Nahtentfernung. Die genauen Verhaltenshinweise bespreche ich mit Ihnen individuell.
Nach einem Melanom ist eine strukturierte Nachsorge wichtig. Sie umfasst die Kontrolle der gesamten Haut, der Narbe und der Lymphknotenregionen. Die Abstände richten sich nach dem Stadium und sind in den ersten drei Jahren am engmaschigsten, weil in diesem Zeitraum die meisten Rückfälle auftreten.
Wer bereits ein Melanom hatte, hat außerdem ein deutlich erhöhtes Risiko für ein zweites, unabhängiges Melanom. Die regelmäßige Kontrolle bleibt daher dauerhaft Teil der Behandlung.
Die frische Narbe braucht ein Jahr, bis sie ihr endgültiges Aussehen erreicht. Wenn sie sich in dieser Zeit verdickt oder störend bleibt, gibt es Behandlungsmöglichkeiten – mehr dazu auf meiner Seite zur Narbenbehandlung.
Wer hat ein erhöhtes Melanom-Risiko?
- Heller Hauttyp, rötliche oder blonde Haare, Sommersprossen
- Mehr als 50 Muttermale oder auffällige, atypische Male
- Melanom in der eigenen Vorgeschichte oder bei Eltern, Geschwistern, Kindern
- Schwere Sonnenbrände, besonders in Kindheit und Jugend
- Regelmäßige Solariumnutzung, vor allem vor dem 35. Lebensjahr
- Geschwächtes Immunsystem, etwa nach Organtransplantation
Wenn einer dieser Punkte auf Sie zutrifft, empfehle ich Kontrollen häufiger als einmal jährlich – in welchem Abstand, besprechen wir gemeinsam. Was Sie zusätzlich selbst zum Schutz Ihrer Haut tun können, habe ich unter Hautkrebsvorsorge zusammengefasst.
Häufige Fragen zum schwarzen Hautkrebs
Ist schwarzer Hautkrebs heilbar?
Ja. Wird ein Melanom früh erkannt und vollständig operativ entfernt, ist die Prognose sehr gut – bei dünnen, auf die Oberhaut begrenzten Melanomen ist die Erkrankung mit der Operation in aller Regel abgeschlossen. Entscheidend ist die Tumordicke zum Zeitpunkt der Entfernung.
Wie schnell wächst ein Melanom?
Das hängt vom Typ ab. Ein superfiziell spreitendes Melanom wächst über Monate bis Jahre zunächst flach. Ein noduläres Melanom kann dagegen innerhalb weniger Monate in die Tiefe wachsen. Als Faustregel gilt: Jede Veränderung, die Ihnen innerhalb weniger Wochen auffällt, gehört rasch abgeklärt.
Tut ein Melanom weh?
In der Regel nicht. Genau das macht es gefährlich – ein Melanom verursacht meist keine Beschwerden. Manche Melanome jucken, bluten leicht oder heilen nach kleinen Verletzungen nicht ab. Verlassen Sie sich nicht auf Schmerzen als Warnsignal, sondern auf Aussehen und Veränderung.
Wie lange dauert die Operation?
Die Entfernung eines auffälligen Mals dauert üblicherweise 20 bis 30 Minuten und findet ambulant in örtlicher Betäubung statt. Sie können danach direkt nach Hause gehen. Eine spätere Nachexzision mit Sicherheitsabstand nimmt etwas mehr Zeit in Anspruch, verläuft aber nach demselben Prinzip.
Ist der Eingriff schmerzhaft?
Der Bereich wird örtlich betäubt, spürbar ist nur der kurze Einstich der Betäubung. Während der Operation verspüren Sie keinen Schmerz. In den ersten ein bis zwei Tagen danach kann die Stelle leicht ziehen oder spannen – meist reicht ein einfaches Schmerzmittel, häufig ist gar keines nötig.
Warum muss ein zweites Mal operiert werden?
Bei der ersten Operation wird das Mal mit schmalem Rand entfernt, weil die nötige Größe des Sicherheitsabstands erst aus dem histologischen Befund hervorgeht. Erst wenn die Tumordicke bekannt ist, lässt sich der endgültige Abstand festlegen. Der zweite Eingriff ist deshalb kein Zeichen dafür, dass beim ersten etwas übersehen wurde.
Muss ich für die Melanom-Operation ins Krankenhaus?
In den meisten Fällen nicht. Entfernung und Nachexzision erfolgen ambulant in meiner Ordination in Wien 1090. Nur wenn ein größerer Defekt gedeckt werden muss oder eine Sentinel-Biopsie ansteht, ist ein stationärer Eingriff nötig.
Kann ein Melanom auch ohne Sonne entstehen?
Ja. Melanome treten auch an Fußsohlen, unter Nägeln, an der Kopfhaut oder an Schleimhäuten auf – also an Stellen, die praktisch nie Sonne abbekommen. UV-Strahlung ist der wichtigste Risikofaktor, aber nicht der einzige. Die genetische Veranlagung spielt ebenfalls eine Rolle.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Ich bin Wahlärztin und habe keine Kassenverträge. Sie erhalten nach der Behandlung eine Honorarnote, die Sie bei Ihrer Krankenkasse einreichen können. Ein Teil der Kosten wird üblicherweise rückerstattet. Die genaue Höhe hängt von Ihrer Kasse und der erbrachten Leistung ab.